Es gibt Vereine, die meinen, sie seien zu klein, um sich über ihre Kommunikation Gedanken zu machen. Dabei hilft zielgerichtete Kommunikation auch kleinen Vereinen bei der Mitglieder- und Sponsorensuche, wenn sie ein positives Bild in der Öffentlichkeit schafft.

Beispiel:

Fast sechs Jahre leitete ich die Redaktion einer Schweizer Wochenzeitung in einem Gebiet mit zahlreichen aktiven Vereinen. Über einen Bekannten wurde ich auf einen kleinen Viert-Liga Eishockey-Verein aufmerksam, der sich vor allem durch seine sehr engagierten „Piccolos“ (Kinder bis 10 Jahre) hervortat. Gemeinsam begannen wir in regelmässigen Abständen über den Verein zu schreiben. Manchmal lieferten Vereinsmitglieder einen Beitrag, manchmal berichtete meine Redaktion. Die in der Lokalzeitung veröffentlichten Texte nutzte der Verein wiederum, um Eltern, Vereinsmitglieder, Interessenten und Sponsoren zu informieren. Innerhalb eines Jahres verzeichnete der Verein erheblich mehr Aufmerksamkeit. Es entstanden zusätzliche Kindermannschaften, an Turniertagen strömten die Zuschauer in Scharen herbei, die Zahl der Aktivmitglieder erhöhte sich spürbar, diejenige der Sponsoren verdoppelte sich sogar.

Sie sehen: Die Grösse eines Vereins entscheidet nicht darüber, ob man kommunizieren soll, sondern nur über das wie. Je nach Budget stehen Ihrem Verein verschiedene Kommunikationskanäle zur Verfügung. Dieser Beitrag verschafft Ihnen einen Überblick über Ihre Möglichkeiten und gibt Ihnen konkrete Tipps, wie Sie Ihre Kommunikation verbessern können.

Mit wem wollen Sie kommunizieren?

Bevor Sie sich aber über die Mittel Ihrer Kommunikation Gedanken machen, sollten Sie ganz genau wissen, mit wem Sie kommunizieren möchten. Suchen Sie beispielsweise neue Mitglieder, richten Sie Ihre Kommunikation auf den Nutzen für zukünftige Vereinsmitglieder aus. Für die Sponsorensuche kommunizieren Sie mit Argumenten, warum Ihr Verein es wert ist, finanziell unterstützt zu werden. Je besser Sie dabei Ihre Gesprächspartner kennen, umso besser gelingt Ihre Kommunikation. Die falsche Wahl der Argumente für eine Zielgruppe ist einer der häufigsten Gründe, warum Kommunikation nicht die gewünschten Resultate erzielt.

Wer fragt, erhält Antworten…

Doch wie filtern Sie die richtigen Argumente für Ihre zukünftigen Sponsoren oder Neumitglieder aus der Masse aller Argumente heraus? Mit Kommunikation natürlich. Fragen Sie Ihre aktuellen Sponsoren und motivierte Vereinsmitglieder nach den Gründen, warum sie sich für Ihren Verein einsetzen. Sie können dies in ungezwungenen, persönlichen Gesprächen oder mit einer größer angelegten Umfrage tun. Sammeln Sie die Antworten, die Sie erhalten, sorgfältig. Sie nützen Ihnen nicht nur zur argumentativen Ausrichtung Ihrer Kommunikationsmaßnahmen, sondern können sogar als Werbemittel, sogenannten Testimonials verwendet werden. Natürlich fragen Sie die Interviewten vor der Veröffentlichung, ob sie mit der Verwendung ihrer Zitate zu Werbezwecken einverstanden sind.

… und wer sucht, der findet

Mit der Sammlung an Aussagen steht Ihnen eine weitere Möglichkeit offen: Die konkrete Begrenzung auf die Besten jeder Zielgruppe. Finden Sie Gemeinsamkeiten in den Aussagen von besonders stark engagierten Mitgliedern? Heben sich die Argumente der größeren Sponsoren von denjenigen der Kleinsponsoren ab? Die konkrete Suche nach solchen kleinen Gemeinsamkeiten oder Unterschiede lohnt sich, denn Sie ermöglicht Ihnen die Feineinstellung Ihrer Kommunikation. Ähnliche Menschen sind ähnlichen Argumenten zugänglich. Ziel Ihrer Kommunikation ist, die für Sie idealen Vereinsmitglieder und Sponsoren zu finden. Und sie mit den richtigen Argumenten für Ihren Verein zu gewinnen.

Bald geht es weiter mit “So kommunizieren Vereine richtig – Teil 2: Der Ist-Zustand”.