Der Redaktionsmix entscheidet langfristig, ob ein Newsletter gern gelesen und abonniert oder eben gelöscht wird. Einen guten Themenmix zu erstellen ist keine Hexerei. Denken Sie dabei aber immer an die Leserbedürfnisse, die wir in den letzten Beiträgen dieser Tippserie analysiert haben.

Dramaturgischer Aufbau

Was in der Theaterwissenschaft und der Literatur gilt, funktioniert auch bei einem Newsletter. Die Zuwendung des Zuschauers – oder hier Lesers – wird durch wechselnde Gefühle intensiviert. Emotionale Nähe und Distanz dürfen sich dabei ebenso abwechseln wie Freude, Empörung, Anteilnahme oder Erkenntnis.

Wechseln Sie zwischen Sachinformationen, Meinungstexten, Unterhaltung, Ratgebern, Veranstaltungshinweisen und Angeboten ab. Falls sich Ihre Leserschaft dazu eignet und Ihr Newsletter dadurch nicht zu lang wird, können Sie auch Softinhalte platzieren.

Als Soft-Inhalte werden alle nicht informationsrelevanten Inhalte bezeichnet, also beispielsweise Humor, Rätsel, Bilder, Persönliches. Soft-Inhalte bedienen die Emotionen der Lesenden wie Freude (Humor), Erfolg (Rätsel), befriedigte Neugier, Klatschbedürfnis (Persönliches), Lust am Schönen (Bilder, Gedichte, Zitate) besonders gut.

 

Beispiel Themenmix

Thema / Rubrik / Bedürfnis

 Inhalt

Information

Ein bestimmtes Thema aus dem Unternehmen in Fachtipp-Form aufbereitet

Aktion

Exklusiver Rabatt für NL-Lesende

Softthema

Porträt Leser/Leserin

Harter Verkauf

Ein Produkt mit Link zum Shop und Kundenstimme

Softthema

Witziges Video aus der Firma (Produktion der Lehrlinge)

Meinung

Kolumne zu aktuellem Thema aus der GL

Der Redaktionsplan

Erstellen Sie sich einen klar definierten Redaktionsplan. Legen Sie fest, welche Rubrik an welcher Stelle platziert werden soll und welche Themen darin abgedeckt werden sollen. Eventuell übergeben Sie eine oder mehrere Rubriken an Kollegen? Regeln Sie frühzeitig, wie weit die Zuständigkeit geht und planen Sie regelmässige Redaktionssitzungen ein.

 

Reglementieren

Reglementieren Sie von Anfang an so viel und so klar wie möglich. Erstellen Sie Anleitungen für die Textliefernden mit festen Vorgaben über die Textlänge, allfälliges Bildmaterial und die vorgegebenen Themen.

 

Organisieren

Organisieren Sie die Texte auf mehrere Ausgaben zum Voraus und informieren Sie die Textlieferer rechtzeitig über den Redaktionsschluss der jeweiligen Ausgaben. Terminieren Sie sich eine kurze Abgabe-Erinnerung an die Textliefernden, das spart Ihnen Ärger und den Lieferern Stress kurz vor Redaktionsschluss.

 

 Beispiel eines Rubrik-Reglements

Rubrik

Aus unserer Firma

Inhalt

Informationen, Anekdoten, Berichte oder Tipps aus den einzelnen Abteilungen.

Redaktionelle Verantwortung

Abteilungsleiterinnen und –leiter

Autoren

Geeignete Mitarbeitende der Abteilungen

Text

Gut lesbar, knapp und verständlich geschrieben (Redaktion überarbeitet nach Bedarf). Maximal 750 Zeichen inklusive Leerschläge. Guter Informationsgehalt: Immer über Neuheiten, Bemerkenswertes, Wichtiges schreiben!

Titel

4 bis 5 Worte, wichtigste Aussage des Textes als Titel setzen, nicht gezwungen originell oder witzig texten wollen (Redaktion überarbeitet nach Bedarf).

Zusatzangaben

Zwingend weiterführenden Link zum Text und Name sowie Kontaktangaben des Autors mitliefern. Bei Tipps oder Texten in der Ich-Form Bild des Autors mitliefern (Bildanforderungen siehe unten).

Bild

Zwingend ein thematisch passendes Bild mitliefern, JPG-Format, farbig, Grösse 160 x 90 Pixel, Auflösung 72 dpi. Keine Bilder liefern, die aus dem Internet heruntergeladen oder sonst ohne Einwilligung kopiert wurden (Urheberrecht).

 

Kontrolle

Kontrollieren Sie nach jeder Ausgabe, ob sich Erscheinungshäufigkeit und Themenmix bewähren. Besonders alarmierend ist, wenn die Leserzahlen fallen. Gute Publikationen zeichnen sich durch eine wachsende Leserschaft aus, auch wenn das Wachstum manchmal langsam stattfindet. Im Zweifel führen Sie eine Leserbefragung durch, um wieder näher an die Bedürfnisse der Publikationsempfänger zu kommen.

 

In Bewegung bleiben

Sobald sich die Erscheinung einer Publikation etwas eingespielt hat, fallen Ihnen erfahrungsgemäss immer neue Ideen dazu ein. Prüfen Sie diese erst auf Ihre Umsetzbarkeit und Nützlichkeit, anschliessend planen, organisieren und reglementieren Sie sie. Erst danach führen Sie die Neuigkeit in Ihrer Publikation ein. Empfehlenswert ist, alle fünf, sechs Ausgaben eine neue Idee umzusetzen. So bleiben Sie flexibel und in Bewegung, ohne die Beständigkeit Ihrer Publikation zu gefährden.

 

Themenfindung

Wenn ein Newsletter ein paar Mal erschienen ist, erschöpfen sich manchmal die Themen innerhalb einer Rubrik. Deshalb sollte man sich früh angewöhnen, nach neuen Ideen und Themen Ausschau zu halten. Oft stolpert man im Alltag über eine Idee, die wieder vergessen wird, wenn Sie sie nicht sammeln. Legen Sie sich deshalb einen Ordner oder eine Mappe an, in die Sie interessante Artikel oder Anregungen laufend ablegen. Schreiben Sie auch alle Ideen auf, die im Moment noch nicht aktuell sind, es aber in einigen Monaten sein könnten.

 

Weitere Ideenlieferanten

  • Klassische Medien und Fachmagazine
  • Googlesuche zu Stichworten
  • Weblogs und Foren
  • Internet-Portale
  • Kunden und Kollegen befragen
  • Partnerfirmen konsultieren
  • Firmeneigene Website, bestbesuchte Seiten (Kundeninteresse)

 

Dies war der letzte Beitrag zur fünfteiligen Serie über erfolgreiche Newsletter. Ein Inhouse-Seminar zum Thema finden Sie hier.

Ich wünsche Ihnen mit Ihrem E-Mail-Marketing viel Spass und Erfolg! Ihre Daniela A. Caviglia

 

Lesen Sie hier die ersten vier Teile nach

Erfolgreiche Newsletter – Teil 1: Newsletter vs. Spam

Erfolgreiche Newsletter – Teil 2: Rechtliche Aspekte

Erfolgreiche Newsletter – Teil 3: Konzeptionelle Analyse

Erfolgreiche Newsletter – Teil 4: Konzepterstellung