Wer einen Blog betreibt, einen Newsletter herausgibt oder eine Facebook-Seite betreut, dem reichen gute Inhaltsideen nicht aus. Ideen sind zwar die Voraussetzung, um gute Texte zu generieren, zwischen Idee und Text wartet aber noch einiges an Arbeit.

copy & paste verboten

Erliegen Sie nicht der Versuchung, Texte aus Internet oder Medien einfach für Ihren Bedarf zu kopieren. Das ist illegal und seit dem neuen Fernmeldegesetz, also seit 1. April 2007, auch in der Schweiz strafrechtlich belangbar. Besser also, Sie investieren etwas Zeit und eventuell Geld und gehen die Text-Produktion rechtlich korrekt an.

Gastautoren

Wenn Ihnen bei der Ideensuche ein Text aufgefallen ist, der Ihnen perfekt für Ihre Publikation geeignet scheint, können Sie auch versuchen, ihn als Gastbeitrag zu erhalten. Nehmen Sie mit dem Autor, der Autorin Kontakt auf und fragen Sie, ob und für wieviel Geld Sie den Text übernehmen dürfen. Oft können Fachtexte für ein kleines Entgelt oder gar kostenlos in der Zweitverwertungen übernommen werden. Bewahren Sie die Einwilligung der Autoren auf, damit Sie auch später noch beweisen können, dass Sie den Text nicht illegal übernommen haben.

Kooperationen

Zeitungen sind deshalb so glaubwürdig, weil eine informationsselektionierende Redaktion dahintersteht. Durch den Einbau firmenfremder Inhalte in Ihre Online-Präsenzen «kopieren» Sie diesen Effekt. Halten Sie Ausschau nach ergänzenden, nicht konkurrenzierenden Inhalten. Möglich sind beispielsweise im B2B-Bereich Brancheninformationen oder im B2C-Bereich Inhalte verwandter Anbieter. Bilden Sie eventuell sogar mit anderen Firmen Inhaltskooperationen, damit nutzen Sie auch ein grösseres Verbreitungspotenzial.

Ideen selber recherchieren

Sie haben grob eingeteilt drei Möglichkeiten, eine Idee oder einen Themenansatz zu recherchieren. Erstens die Befragung eines Experten. Diese Rechercheart führt zu Fachaussagen übers Thema, deren Auswahl, Gliederung und Vermittlung Sie vornehmen. Die Expertenauskunft ist idealerweise als Zitate im Text sichtbar.

Die zweite Möglichkeit ist die Internetrecherche, heute eine der häufigsten Recherchearten. Eine wichtige Informationsquelle ist die Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Auch die Suche nach Stichworten beispielsweise per Google ist sehr ergiebig. Wichtig ist, die gefundenen Informationen einschätzen zu lernen. Beachten Sie, in welchem Umfeld die Fachinformation online ist. Finden Sie auf der Website stark meinungsbezogene oder gar extremistische oder beleidigende Texte, lassen Sie die Finger davon. Unbedenklich sind hingegen Informationen von amtlicher Seite, sofern Sie berücksichtigen, welche Ziele und Absichten die Verfasser verfolgen könnten (Abstimmungskampf).

Die dritte und zeitintensivste Recherche ist die klassische Recherche in Archiven, Bibliotheken und Publikationen. Durch die Beschleunigung und die wachsende Informationsbreite im Internet ist diese Rechercheart beinahe ausgestorben.

Mehrere Quellen heranziehen

Haben Sie die Informationen gefunden, die Sie suchten? Nun müssen Sie die gesammelten Informationen einordnen. Versuchen Sie als erstes, jeweils entgegengesetzte oder sich stark unterscheidende Aussagen zu finden und einander gegenüber zu stellen. Sie finden keine Gegensätze? Dann war Ihre Recherche einseitig. Suchen Sie nochmals und gezielt nach entgegengesetzten Aussagen. Es gibt kein Thema, zu dem sich nicht widersprüchliche Aussagen finden lassen und wenn Sie drei Experten zum selben Themenbereich befragen, haben Sie nachher mindestens vier Meinungen dazu.

Informationen gewichten …

Das Resultat Ihrer Recherche ist eine mehr oder weniger grosse Anzahl von Informations-Teilstücken. Meistens findet man mehr Informationen als man braucht, so dass man eine Auswahl treffen muss. Auswahlkriterien sind beispielsweise Bedeutsamkeit oder Aktualität. Hüten Sie sich, nach (vermeintlicher) Richtigkeit zu gewichten. Selbst eine breit abgestützte Studie kann sehr einseitige Ergebnisse liefern.

… und gliedern

Wenn Sie entschieden haben, welche Informationen Sie für Ihren Text verwenden wollen, müssen Sie eine Art Charts erstellen. Legen Sie fest, welche Informationen Sie am Anfang Ihres Textes verwenden wollen und welche später. Je wichtiger, je bedeutsamer oder unglaublicher eine Aussage ist, um so weiter oben im Text sollte sie stehen.

Dies ist der erste Beitrag einer mehrteiligen Serie über bessere Texte. Der nächste Beitrag erscheint nach Ostern.

Ich wünsche Ihnen frohe Ostertage sowie bei der Textarbeit viel Spass und Erfolg!

Ihre Daniela A. Caviglia

Sie haben noch Fragen? Ich unterstütze Sie gerne: 061 793 01 10, E-Mail