Die Masse der Internet-Nutzer ist schier unendlich. Auch in einem so kleinen Land wie die Schweiz. Wen aus dieser grauen Masse spricht ein Onlinetext an? Nur wer seine Nutzer und Kunden gut kennt, kann seine Texte auf sie zuschneiden. Und nur lesergerechte Onlineangebote sind auch erfolgreich.

Die zwei Motivatoren

Stark vereinfacht gibt es zwei Motivationen, seinen Browser zu öffnen und Websites zu suchen oder eine URL einzugeben: Konsumation und Interaktion. Benutzer möchten sich beispielsweise zu einem Thema informieren, also Informationen konsumieren oder austauschen, sprich interagieren. Andererseits möchte man etwas kaufen oder herunterladen, was wiederum Konsumation bedeutet.

Informieren und verkaufen

In der Realität sind die Bedürfnisse Information, Konsumation, Interaktion oft Phasen derselben Nutzer. Am besten sieht man diese Entwicklung bei der Online-Buchhandlung Amazon. Zuerst googelt ein Interessent ein Thema und sucht Bücher dazu. Bei Amazon findet er ausführliche Buchbeschriebe sowie Leserbewertungen. Weils bei Amazon so einfach ist, zu bestellen, folgt oft unmittelbar nach der Information die Kaufaktion. Nach der Lektüre kehren viele Amazon-Nutzer auf die Plattform zurück und bewerten oder kommentieren das Buch = Interaktion. Je stärkere Emotionen das Produkt auslöst – ob positive oder negative ist egal – umso mehr Interaktion findet statt.

Optimal auf die Bedürfnisse von Buchkäufern abgestimmt

Amazon ist deshalb so erfolgreich, weil die Plattform optimal auf ihre Nutzer abgestimmt ist. Die unzähligen Informationen und Beschriebe holen alle Infosuchenden zuverlässig ab und sorgen für gute Suchmaschinenresultate. Die einfache Bestellmöglichkeit sorgt für hohe Nutzung des Shops. Kommentar- und Bewertungsmöglichkeiten schaffen Ventile für Emotionen. Und nicht zu Letzt sorgen geschickte Partnerprogramme für eine stete Weiterverbreitung der Produkte. 

Print-Texte versus Online-Texte

Während bei Printtexten eine Einleitung oder Einstimmung ins Thema legitim ist, steht beim Online-Text die knappe Zeit der Lesenden im Vordergrund. Online verkürzt sich die Lesebereitschaft nämlich erheblich. Verschiedene Studien zum Leseverhalten online haben ergeben:

  • Die meisten lesen nur ein Fünftel eines Textes
  • Über 70 Prozent scannen den Text, ohne ihn Wort für Wort zu lesen
  • Die Titelinformation entscheidet, ob der Text gelesen wird
  • Lesen am Bildschirm ermüdet
  • Längere Texte werden deshalb gern offline gelesen
  • Einfache und verständliche Texte werden lieber gelesen
  • Flüssige Texte werden bevorzugt

Wenn Print-Texte online gehen, müssen sie also in erster Linie verdichtet und so klar und verständlich wie möglich formuliert werden. Ein Vorteil von Online-Texten ist, dass sie beliebig ergänzt werden können.

Mögliche Ergänzungen sind

  • Links zu weiterführenden Informationen
  • PDFs, Factsheets und Broschüren im Anhang
  • Interaktive Fragen zur Ermittlung der bestmöglichen Lösung für den Leser (welche Ausbildung, welcher Lehrgang usw.)
  • Umfragen und Abstimmungen zum Thema
  • Forum zum Thema
  • Passende Angebotsboxen
  • Direktlink zu den Anmeldungen
  • Hinweise auf passende Veranstaltungen
  • Newsletter-Anmeldebox

Die Ergänzungsmöglichkeiten sind einer der grössten Vorteile von Online-Texten, also unbedingt nutzen!

Nur ein Blick und die Entscheidung fällt für oder gegen den Text.

Der Titel als einziger Anziehungspunkt

Die neuen Verbreitungsmöglichkeiten von Texten im Internet via RSS und Mikroblogging-Dienste wie Twitter schaffen neue Anforderungen an erfolgreiche Online-Texte. Nur mit Titel und ein paar Worten des Textanfangs sollen Leser angesprochen und auf die eigene Website geholt werden.

Ganz besonders deutlich zeigt sich die Herausforderung in den RSS-Feeds, die Websites ausgeben. Oder beim Web 2.0-Dienst Twitter, bei dem alle Nachrichten auf 140 Zeichen begrenzt sind. Das ist halb so viel Text wie dieser Abschnitt hier hat.

Beispiele für Twitterfeeds:

  • Kostenlose Web-Inhalte: Umdenken von Anbietern und Nutzern nötig #paidcontent
  • Dieses geniale Video über  #SocialWeb gibts nun endlich auch mit deutscher Übersetzung
  • Richtig #Texten für #RSS-Feeds und #Twitter

Beispiele für RSS-Feeds:

  • Wie oft und wann den Newsletter versenden? Braucht man heutzutage noch einen Newsletter? Welcher Wochentag eignet sich gut für den Versand? Und wie oft soll man den Newsletter verschicken? Diese Fragen beantwortet ein Fachartikel …
  • So richtig dick Geld verdienen im Web 2.0 – Sogar Süssigkeitenverkäufer verdienen in den USA so richtig Kohle mit Web 2.0. Die “Welt” erzählt die Geschichte vom mobilen Dessertverkäufer, der seinen Twitter-Lesern täglich mitteilt, wo sein …

Konkrete Informationen in den Titel

Sie sehen, Sie haben nicht viel Zeit, den im Internet Suchenden zu einem Ihrer Leser zu machen. Am wichtigsten ist der Titel, der beim Twitterfeed an erster Stelle steht und bei den RSS-Feeds gar als Link zum Originaltext amtiert. Da sowohl Twitter- als auch RSS-Feed meist in Leseprogrammen oder auf thematisch gemischten Websites angezeigt werden, ist ein konkreter, zuordenbarer Titel unverzichtbar. Wenn eine thematische oder geografische Zuordnung wichtig ist, fügen Sie diese in den Titel ein.

Beispiel:

Umdenken von Anbietern und Nutzern nötig

Dieser Feed aus den Beispielen oben könnte ohne die thematische Zuordnung „Kostenlose Web-Inhalte“ nur schwer eingeordnet werden. Entweder würde er nicht angeklickt oder die Lesenden wären nach dem Besuch des Volltextes auf der Website enttäuscht, weil sie sich ein anderes Inhaltsthema erhofft hatten.

Lesernutzen in den Titel

Ein Titel sollte aber nicht nur konkret sein, sondern dem potenziellen Leser auf den ersten Blick verraten, welche Vorteile es für ihn hat, wenn er den Text liest.

Beispiel:

Süssigkeitenverkäufer verdienen in den USA Kohle mit Web 2.0.

Dieser Satz, obwohl er konkret ist und das Thema gut beschreibt, ist weniger attraktiv als

So richtig dick Geld verdienen im Web 2.0

Während nämlich der erste Titel nur das Thema beschreibt, spricht der zweite den Nutzen für die Lesenden an. Es ist zwar schön für den amerikanischen Süssigkeitenverkäufer, wenn er viel Geld verdient, aber noch schöner ist es doch, wenn wir selbst viel Geld verdienen. Der erste Titel verspricht nur eine Geschichte aus den USA, der zweite Beispiele für den eigenen Erfolg im Web 2.0. Ehrensache, dass der Text schlussendlich auch hält, was der Titel verspricht.

Besonderheiten sozialer Dienste

Die Tweets auf der vorhergehenden Seite sind mit #Hashtags versehen. In Twitter und Google+ werden so gekennzeichnete Worte zu anklickbaren Links, die direkt Resultate zum Begriff anzeigen. Sie dienen also der Ordnung und besseren Auffindbarkeit und ermöglichen es Nutzer, die sich (noch) nicht kennen, miteinander zu einem Thema zu diskutieren. Verwenden Sie so viel wie möglich diese Plattformmöglichkeiten:

Facebook: @Name oder @Firmenseite, um Ihre Posts mit anderen zu vernetzen.

Twitter: Hashtags oder @Twittername für die Vernetzung.

Google+: Hashtags wie bei Twitter und +Name oder +Firmenseite, um andere mit Ihren Posts zu verbinden. Bei Google+ gibt es auch die Tricks, Posts zu gestalten. *Text* macht den Text zwischen den Sternen fett, _Text_ macht ihn kursiv.

Zentral: Der Hashtag

Der ultimative Hashtag Spickzettel, den Social-Media-Beraterin Ulrike Morlock in ihrem Blog vorstellt, bietet konzentriert Infos zur Verwendung von Hashtags. Prinzipiell sind Hashtags in vielen sozialen Medien unerlässlich, weil es die einzige Möglichkeit ist, den Inhalt zu kategorisieren und mit anderen an gemeinsamen Themen-Diskussionen teilzunehmen.

Die Infografik zu Hashtag

Direktlink zur ausführlichen Infografik.

Der Hashtag steigert das Engagement

Online Marketing Managerin Fabienne Petry hat in ihrem Blogbeitrag «Social Media Hashtags: Powerriegel des Content Marketing» zahlreiche Fakten zur Wirkung von Hashtags zusammengetragen und auch diese Infografik erstellt, die das gesteigerte Engagements der User durch die Verwendung von Hashtags aufzeigt.

Nützlichkeit von Hashtags

Sie hat auch diese Empfehlungen zusammengestellt, auf welchem Netzwerk wieviele Hashtags pro Post angebracht sind:

  • Twitter: 1-2
  • Google+: 2-4 (am Ende des Post)
  • Facebook: Nicht mehr als 2
  • Pinterest: 2-3
  • Instagram und Tumblr: So viele wie möglich
  • Linkedin: aktuell keine (2013 abgeschafft, Wiedereinführung angekündigt)

Weitere Fachartikel und Tools zu Hashtags

 

Dies ist der vierte und letzte Beitrag einer Serie über bessere Texte. Bisher sind erschienen:

Einfach gut schreiben – Teil 1: Text-Recherche und -Verwertung

Einfach gut schreiben – Teil 2: Information richtig vermitteln

Einfach gut schreiben – Teil 3: Kreativ und verständlich schreiben

 

Ich wünsche Ihnen bei der Textarbeit viel Spass und Erfolg!

Ihre Daniela A. Caviglia

Sie haben noch Fragen? Ich unterstütze Sie gerne: 061 793 01 10E-Mail