Schreiben wie ein Poet. Innere Bilder bei den Lesenden entstehen lassen, Emotionen wecken, nachhaltig wirken. Viele versuchen es und fast ebenso viele scheitern daran. Ein kleiner Trick hilft Ihnen, erfolgreich Textbilder zu kreieren und Gefühle zu vermitteln.

„Ihre Finger fliegen blind über die Tastatur, während ihr Blick in die neblige Landschaft hinaus schweift. Zweimal stolpert sie beim gleichen Wort und sie zwingt sich, auf die abgenutzten Buchstaben der Tastatur zu blicken. Das „E“ ist kaum mehr zu entziffern. Da, jetzt gelingt das widerspenstige Wort, wie immer hat sie „G“ und „H“ verwechselt.“ Beschreibende Texte zu verfassen ist einfach, wenn man die Szene vor Augen hat. Gute Buchautoren sind in der Lage, detaillierte innere Bilder entstehen zu lassen und festzuhalten. So können sie Landschaften, Menschen, Räume und Handlungen so nuanciert beschreiben, dass sich Lesende in diese Kunstwelt hineinfühlen können.

Äussere Bilder als Ersatz

Wessen Fantasie nicht ganz so lebhaft ist, kann mit einem kleinen Trick dennoch bildhaft schreiben. Dazu nimmt man einfach ein richtiges Bild als Ersatz. Wer beispielsweise gefühlsbetont über die Beziehung einer Mutter zu ihrem Kind schreiben möchte, sucht – am komfortabelsten im Internet – nach einem stimmigen Bild von Mutter und Kind. Sehen Sie genau hin, wie die zwei miteinander nonverbal kommunizieren. Wie ein feiner Glanz auf den Augen der Mutter liegt, Ausdruck ihrer bedingungslosen Liebe. Wie kleine Fältchen um ihre Augen nicht nur ihr Alter spiegeln, sondern auch das liebevolle Lächeln, welches sich ihrer bewussten Kontrolle entzieht. Wie die Hände des Kindes den Arm der Mutter so fest umklammern, dass sich die Haut straff über den Fingerknöcheln spannt. Derselbe Trick funktioniert natürlich auch mit technischen Themen, bei denen durch die Bildbetrachtung unzählige Details aufgegriffen werden können, welche den Text unheimlich bereichern.

Unpassendes Bild für ungewöhnliche Texte

Eine Variante des Bildertricks sorgt für überraschende Aspekte und Gedankengänge in Ihren Texten. Wählen Sie vollkommen unabhängig von Ihrem Textthema zehn Bilder, legen Sie diese umgekehrt vor sich hin und greifen Sie blind nach einem. Schreiben Sie anschliessend etwa eine Viertel Stunde alles auf, was Ihnen zu diesem Bild einfällt und was Sie darauf erkennen. Anschliessend werten Sie Ihre Notizen aus. Welche Aspekte ergänzen Ihr Textthema? Welche Bilder erweitern die Sicht des Lesenden? Sie finden so garantiert den einen oder anderen ungewöhnlichen Ansatz für Ihren Text, der Ihre Lesenden verblüffen wird. Und für die bildhafte Beschreibung des Ansatzes haben Sie erst noch das entsprechende Bild schon vor sich liegen. Viel Spass!