Schwarzbubenland. Irgendwie ein weisser Fleck in der Schweizer Landkarte. Als ich in der Surselva lebte, wusste jeder, in welcher Ecke der Schweiz das liegt. Als ich in Flond vor genau 15 Jahren meine Firma gründete, leuchteten die Augen der meisten meiner Gesprächspartner im Unterland. Flond, dieses kleine, keine 200 Seelen grosse Dorf am Schattenhang des Piz Mundaun, dieses klitzekleine Flond kannten so viele. Entweder aus den Skiferien in Obersaxen oder von ihrem Militärdienst. Aber das Schwarzbubenland? Liegt das nicht irgendwo im Bernischen?

Mit diesem Beitrag starte ich eine kleine Serie an Blogbeiträgen, in denen ich nicht Ratschläge für das Online-Marketing von Firmen und Läden erteile, sondern mein aktuelles Umfeld vorstelle. Die Region, das Dorf und das Haus. Denn auch ich kannte das Schwarzbubenland vorher nicht, auch mir war Nunningen vollständig unbekannt und es ist schon so etwas wie Schicksal, dass ich hier im Haus des Gründers von Dr Schwarzbueb, Schriftstellers und Lehrers Albin Fringeli gelandet bin. Doch dazu in einem anderen Beitrag dann mehr.

Die erste positive Überraschung, die ich im Schwarzbubenland erlebte, war die wunderschöne Umgebung. Vom urchigmystischen Kaltbrunnental bis hinauf in die Naturschutzgebiete des Nunninger Bergs nehmen die fast unendlichen Wanderwege durch Wälder und Schluchten, über steinige Grate und an Wasserfällen vorbei jeden Naturliebhaber in seinen Bann. Auch ich verlor mein Herz sehr schnell und trauere der Surselva, seit ich hier wohne, keine einzige Träne mehr nach. Das Schwarzbubenland ist ein Wandererland, das starke Waden und Trittsicherheit fordert, einem dafür mit Ruhe und Einsamkeit, unzähligen wunderschönen Ecken sowie einer reichen Flora und Fauna belohnt.

Es gibt drei Social-Media-Profile, die ich in diesem Zusammenhang empfehlen möchte. Das erste ist das von Yves Matiegka, der wunderschöne Landschaftsaufnahmen aus dem Solothurner Jura, zu dem das Schwarzbubenland gehört, veröffentlicht (Klick aufs Bild öffnet sein Insta-Profil).

Instagram-Profil von Yves Matiegka, https://www.instagram.com/yves_matiegka/.

Das zweite Profil ist ebenfalls auf Instagram zu finden und gehört Claude Guélat. Er fotografiert hier in der Region Insekten und Blumen. Seine Makrofotografien sind schlicht und einfach atemberaubend (auch hier: Klick aufs Bild öffnet Insta-Profil).

 

Das Insta-Profil von Claude Guélat.

Zugegeben, die beiden Instagramer benutzen doch den einen oder anderen Filter und Photoshop-Trick, um aus ihren Bildern das Optimum rauszuholen. Aber ehrlich gesagt, seit ich an das Schwarzbubenland mein Herz verloren habe, sehr ich es schon etwas gefiltert, die Aufnahmen treffen also durchaus meine Wahrnehmung 😉

Damit Natur und die wilden Bewohner des Schwarzbubenlands uns noch lange erfreuen können, dafür sorgt unter anderem der Naturschutzverein Gilgenberg, der sich seit 1955 für den Schutz von Tieren, Pflanzen und deren Lebensräume in Nunningen und den Nachbargemeinden Meltingen und Zullwil einsetzt. Sie veranstalten Exkursionen, Marktteilnahmen, Vorträge, Putzaktionen und Sonderaktionen wie die mit der Primarschule Nunningen, als ein brachliegendes Randbeet in ein bienenfreundliches Schlaraffenland mit Wildblumen und Nistmöglichkeiten verwandelt wurde.

Natürlich gibt es auch Bestrebungen, das Schwarzbubenland touristisch zu erschliessen sowie mehr Industrie anzusiedeln (siehe www.schwarzbubenland.info). Dabei hoffe ich jedoch sehr, dass Entwicklungsfehler anderer Regionen vermieden werden und in erster Linie auf die Lebensqualität aller Rücksicht genommen wird. Bis jetzt werden keine Massen angelockt, halt nicht ganz freiwillig, aber erfreulicherweise. Die eigenständige Kultur der Schwarzbuben, ihre offene, selbstironische Art, die weitläufigen Wälder- und Wiesenlandschaften, in denen man Seele und Kopf frei und den Körper trainiert bekommt, das Zusammenwirken von Gewerbe, Landwirtschaft und pendelnden Einwohnern, all das macht für mich den Charme des liebgewonnenen Schwarzbubenlands aus. Nur eine sanfte, ausgewogene Entwicklung kann all das auch langfristig erhalten. Auf dass auch zukünftig auf dem Nunningerberg nur der Wind und die Blätter Lärm verursachen.